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Gran Canaria
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Die drittgrößte der zu Spanien gehörenden Kanarischen
Inseln im Atlantik, vor der Küste des nordwestlichen Afrika.

Zusammen mit Lanzarote und Fuerteventura bildet die vulkanische Insel
die spanische Provinz Las Palmas de Gran Canaria. Auf der 1 532
Quadratkilometer großen Insel, deren Hauptstadt Las Palmas de Gran
Canaria im Nordosten liegt, leben etwa 715 000 Menschen. Gran Canaria
umfasst einen erloschenen Schildvulkan, der aus mehreren Kratern (u. a.
der Caldera de Bandama) besteht und im Bergmassiv Pico de las Nieves mit
1 949 Metern seine größte Höhe erreicht. Das Gelände ist stark
zerklüftet und in einigen Gebieten unwegsam. Tiefe Schluchten (Barrancos)
haben sich in den vergangenen Jahrtausenden in die steilen Hänge
eingeschnitten. An der Südspitze erstreckt sich das ausgedehnte
Dünengebiet von Maspalomas.

Gran Canaria besitzt ein ozeanisch-subtropisches Klima und liegt in der
Zone des Nordost-Passats, der das Klima maßgeblich bestimmt. Trotz der
Nähe zur Sahara verfügt die Insel aufgrund des kühlen Kanarenstroms über
ein ganzjährig ausgeglichenes Klima. In den Wintermonaten nehmen
bisweilen atlantische Tiefausläufer aus dem Westen und Norden Einfluss
auf das Wettergeschehen. Das zentrale Bergmassiv teilt die Insel in
einen regenreicheren Norden (siehe Luv) und einen trockeneren Süden
(siehe Lee). Große klimatische Unterschiede bestehen zwischen den
Küstenregionen und den höheren Lagen, was zu einer prägnanten Ausbildung
von Vegetationsstockwerken führte.

Wichtigster Wirtschaftszweig auf Gran Canaria ist der Tourismus, der
sich ab 1950 entwickelte. Die bedeutendsten Fremdenverkehrszentren der
Insel sind die Hauptstadt Las Palmas und das Dünengebiet von Maspalomas.
Die Bedeutung der Landwirtschaft, vor allem der Anbau von Tomaten,
Bananen und Tabak, ging in den vergangenen Jahrzehnten zurück. Die
bereits um 500 v. Chr. aus Nordafrika eingewanderten Guanchen
vermischten sich im Lauf der Zeit mit den europäischen Eroberern. Lange
Zeit galten die Kanarischen Inseln, darunter auch Gran Canaria, als
Streitobjekt zwischen Portugal und Spanien. Nach langem Ringen eroberte
Spanien die Inseln; Gran Canaria ging 1483 in kastilischen Kronbesitz
über.
Das bewegte Nachtleben ist einer der großen Publikumsmagnete der Insel. In
den Feriengebieten Playa del Inglés und Maspalomas sowie in der Hauptstadt Las
Palmas de Gran Canaria gibt es unzählige Bars und Diskotheken, in denen Spaß,
Musik und eine liberale Atmosphäre die Hauptzutaten für eine unvergessliche
Nacht sind.
Das durchgängige, abwechslungsreiche Kulturprogramm der Insel lockt ebenfalls
Besucher an: Das ganze Jahr über werden u. A. internationale Klassik-Festivals,
Opern- und Tanzaufführungen, Theatervorstellungen und Freiluftkonzerte
veranstaltet. Zu diesen Veranstaltungen gesellt sich der Karneval, das
wichtigste Fest auf der Insel, das über mehrere Wochen in jedem Dorf und in
jeder Stadt gefeiert wird. Von besonderer Bedeutung sind der Karneval von Las
Palmas de Gran Canaria und der Karneval von Maspalomas.
Es handelt sich hierbei um zahlreiche Feiern mit Tanz unter freiem Himmel und
Events wie die Wahl der Karnevalskönigin und die große Drag Queen-Gala. In
Maspalomas findet außerdem die größte Gay Pride-Parade der Insel statt, bei der
sich der Gay Pride auf den Straßen des Feriengebiets Playa del Inglés in den
Protagonisten verwandelt.
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